Der Verein

Gayanshala bedeutet auf Hindi Musikschule. So heißt die von Sho´le Khan (Sangit-ratna) Mawlabakhsh (1833-1896), "dem Beethoven Indiens", bereits 1886 gegründete und bis heute existierende Akademie für klassisch-indische Musik in Baroda. Sein Ziel war es diese hochkultivierte Musik jedem interessierten Studenten auf dem einfachsten Weg zugänglich zu machen. Aus diesem Grund führte er sogar ein neues, von ihm selbst entworfenes Notationssystem ein.

Auf der Akademie studierte und unterrichtete unter anderem sein Enkel, Hazrat Inayat Khan (1882-1927), der später als bedeutender Musiker und Mystiker in die Geschichte eingehen sollte.

Wir haben unseren Verein nach der Musikakademie von Mawlabakhsh benannt, weil wir diese Tradition, die vor mehr als einem Jahrhundert im indischen Baroda begann, in Mannheim fortsetzen möchten. Mawlabakhsh war ein indischer Muslim, dessen Weltanschauung durch die mystische Essenz des Islam, nämlich den Sufismus, geprägt war. Er legte großen Wert auf die Pflege der Musik, die von Sufis verschiedener Traditionen, als ein Mittel zur Ekstase bzw. Instase seit vielen Jahrhunderten kultiviert wurde.

Die zentrale Botschaft des Sufismus ist, dass die Mystiker aller Traditionen und Religionen im höchsten Stadium der Gotteserkenntnis dieselbe Erfahrung machen. Dort gibt es keine islamische, christliche oder hinduistische Mystik mehr, sondern nur noch das Erleben der einen, ewigen Realität.